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Inhalt und Ablauf der Therapie

Was ist tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie?
Die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie (TP) ist ein wissenschaftlich anerkanntes Verfahren, das sich mit den inneren psychischen Prozessen beschäftigt, die unsere Gedanken, Gefühle, Körperempfindungen und Handlungen beeinflussen. Viele dieser Prozesse laufen unbewusst ab – sie prägen jedoch, wie wir auf Belastungen reagieren, mit uns selbst umgehen, Beziehungen gestalten oder Konflikte erleben.
In der TP gehen wir unter anderem der Fragen nach, welche Erfahrungen und inneren Muster zu den aktuellen Beschwerden oder Schwierigkeiten beitragen, um basierend auf dem Verstehen der Zusammenhänge positive Veränderungen und Linderung der Beschwerden möglich zu machen.
Wie läuft eine Therapie ab?
Einen wichtigen Grundpfeiler für einen sicheren und geschützten therapeutischen Rahmen stellt die gesetzliche Schweigepflicht dar, der ich als Psychotherapeutin unterliege. Alles, was Sie in der Therapie teilen, bleibt vertraulich.
Zunächst gibt es die Möglichkeit des Kennenlernens im Rahmen eines Erstgespräches (in der Regel 50 Minuten). Dieser erste Termin dient dazu, Ihre Anliegen, Symptome und Erwartungen an Psychotherapie zu besprechen. Gleichzeitig erhalten Sie die Möglichkeit, mich persönlich kennenzulernen. Eine vertrauensvolle Beziehung zwischen Patient/in und Therapeut/in ist nach meiner Erfahrung einer der wichtigsten Grundpfeiler für eine erfolgreiche psychotherapeutische Behandlung.
Auch nach dem Ersttermin besteht meist die Möglichkeit, weitere Termine wahrzunehmen, bevor Sie sich für eine Therapie entscheiden. In der Regel sind insgesamt drei Termine (die sogenannten Sprechstundentermine) sowie fünf weitere Termine (die sogenannten probatorischen Sitzungen) möglich. Es ist hilfreich, vorab mit der Privaten Krankenkasse, Beilhilfe bzw. Heilfürsorge zu klären, inwiefern die Termine anerkannt bzw. die Kosten übernommen werden.
Nach dem ersten Kennenlernen findet eine ausführliche Diagnostik statt. Im Verlauf dieser Phase bietet es sich an, bereits die notwenigen Formalia für die Antragstellung auf den Weg zu bringen. Dazu gehört unter anderem die Einholung eines Konsiliarberichts bei Ihrer/m Hausärztin/Hausarzt. Dieser ist notwendig, um sicherzustellen, dass nicht rein körperliche Ursachen den psychischen Beschwerden zugrunde liegen, so dass eine Therapie nicht die geeignete Behandlung darstellen würde, und / oder eine Kontraindikation für eine Psychotherapie vorliegt. Bitte informieren Sie sich bei Ihrer Krankenkasse, Beihilfe oder der Heilfürsorge, welche Unterlage für die Beantragung einer Therapie (Akuttherapie, Kurzzeittherapie, Langzeittherapie) eingereicht werden müssen.
Die Therapie findet im Gespräch in der Regel einmal in der Woche statt. Die Sitzungen dauern 50 Minuten.
Wie arbeiten wir in der Therapie?
Während der Diagnostik besprechen wir auch, Ihre Erwartungen an eine Psychotherapie und legen gemeinsam realistische Behandlungsziele fest, an denen sich die Behandlung orientiert. Die TP ist kein stark vorstrukturiertes Verfahren, stattdessen lade ich Sie ein, Ihre Gedanken, Gefühle, Körperempfindungen und Erlebnisse in die Behandlungsstunden einzubringen, die Ihnen wichtig erscheinen, Sie beschäftigen oder belasten. Ich habe während dessen die Behandlungsziele im Blick, so dass wir diese nicht aus den Augen verlieren.
Im Verlauf schauen wir unter anderem gemeinsam darauf:
- wann sich Ihre Beschwerden verstärken oder verringern,
- welche Themen sich wiederholen,
- welche Gefühle besonders präsent sind,
- wie Sie Beziehungen erleben,
- und welche Erfahrungen im Hintergrund eine Rolle spielen könnten.
Dabei geht es nie darum, „Schuldige“ in der Vergangenheit zu suchen. Vielmehr geht es um ein tieferes Verstehen:
- Welche inneren Konflikte oder Muster haben Einfluss auf ihre psychischen bzw. psychosomatischen Beschwerden?
- Und warum?
- Welche neuen Perspektiven und Handlungen können sich daraus entwickeln?
Was kann die Therapie bewirken?
Wenn diese Zusammenhänge sichtbar und verstehbar werden, entsteht die Möglichkeit,
- mehr Klarheit über die eigenen Bedürfnisse und Gefühle zu entwickeln,
- anders (vielleicht verständnisvoller oder weniger streng) mit sich selbst umzugehen,
- Beziehungen neu (vielleicht weniger konfliktscheu) zu gestalten,
- ein besseres Verständnis für wiederkehrende Probleme zu entwickeln, um Veränderungen möglich zu machen,
- innerer Entlastung,
- eine Linderung ihrer Beschwerden.
Die TP eignet sich sowohl für akute Krisen als auch für längerfristige psychische Belastungen.
Welche Nebenwirkungen kann Therapie haben?
Es wissenschaftlich vielfach belegt, dass Therapie bei psychischen Krankheiten eine hilfreiche Behandlungsmethode darstellt. Dennoch gibt es keine 100%ige Garantie für den Einzelfall. Auch sind einige Nebenwirkungen zu nennen, die auftreten können. Mögliche Nebenwirkungen können unter anderem sein:
- Im Rahmen der Behandlung können unangenehme Gefühle (wie Wut, Trauer, Angst) spürbar werden, die Sie möglicherweise zunächst als belastend empfinden. Häufig ist die Zunahme nur vorübergehend und ein wichtiger Bestandteil des psychotherapeutischen Prozesses.
- Dadurch, dass wir uns unter anderem sehr genau mit Ihren Beschwerden und Belastungen beschäftigen, kann es durch eine Art „Lupeneffekt“ dazukommen, dass sich Ihre Beschwerden verschlimmern bzw. Sie diese als stärker erleben. Auch dies ist in der Regel vorübergehend.
- Im Rahmen der Therapie kann sich Ihre Wahrnehmung von Beziehungen zu Ihren Mitmenschen verändern, entsprechend können sich auch Ihre Beziehungen verändern.
Sprechen Sie mich auf erlebte Nebenwirkungen an, damit wir gemeinsam einen Umgang damit erarbeiten können, um Sie zu entlasten.
